Ich war als Jugendlicher ziemlich normal, da ist nicht plötzlich Testosteron eingeschossen und hat mein Gehirn durcheinandergewürfelt. Vielleicht war das aber gar nicht so normal, wie es mir vorkam. Das war alles eine eher gemäßigte Entwicklung mit Gedanken und Gefühlen, die ich heute noch habe. Ich war nie schräg drauf oder hatte extreme Ansichten oder Ideen. Dabei war ich alles andere als langweilig und galt als kreativ.
Das war meine Jugend. Ich habe durchaus Ideen aufgegriffen und ausprobiert und verworfen. Aber das mache ich doch heute immer noch.
Eine Sache hat sich geändert. Ich bleibe länger an Sachen dran. Zwar habe ich immer noch den Drang, alles über den Haufen zu werfen und neu anzufangen, aber ich bin ziemlich stetig und verlässlich, obwohl ich umtriebig bin.
Pubertät war für mich die Zeit der Ideen, Interessen und Möglichkeiten. Das alles mit Leidenschaft. Ich habe mich für Mädchen interessiert und mich an meinem Körper erfreut.
Was also hat sich geändert? Die Qualität und die Art, wie ich das alles gestalte und umsetze, darüber denke und spreche. Die Gefühle sind immer alle noch da, nicht mehr so intensiv, aber grundsätzlich, vielleicht nicht mehr so emotional im Kern.
Ich wünschte, ich hätte damals Tagebuch schreiben können, meine Gefühle in Worte fassen, aber so ist das. Dafür kann ich es heute. Oder besser gesagt: ich übe mich darin täglich.